Sonne am Himmel

Sonnenenergie - Der Motor von Wind, Wetter und Klima

Die Sonne ist die zentrale Energiequelle für das gesamte Klimasystem der Erde. Nahezu alle atmosphärischen Prozesse – Temperaturverteilung, Luftdruckunterschiede, Windströmungen und der globale Wasserkreislauf – werden ausschließlich durch die einfallende Sonnenenergie angetrieben.

Ohne die kontinuierliche Energiezufuhr der Sonne gäbe es weder Wind noch Niederschlag. Das gesamte Wettergeschehen ist letztlich eine Folge der ungleichmäßigen Erwärmung der Erdoberfläche durch die Sonne.

Damit wird deutlich: Das Klimasystem der Erde ist in erster Linie ein durch Sonnenenergie gesteuertes dynamisches Strömungssystem.


Welche Energiemenge kommt von der Sonne auf der Erde an?

Die Strahlungsleistung der Sonne beträgt an ihrer Oberfläche rund 63.000 kW/m².  An der Obergrenze der Atmosphäre beträgt die mittlere Sonneneinstrahlung etwa

1.365 W/m² 

Diese Leistung wird als Solarkonstante bezeichnet. Da die Erde eine Kugel ist und nur eine Halbkugel gleichzeitig bestrahlt wird, verteilt sich diese Energie über die gesamte Erdoberfläche. Die höchste Einstrahlung erfolgt in Äquatornähe, die geringste an den Polen. Zusätzlich werden etwa 30 % der eingestrahlten Energie durch Wolken, Eisflächen und helle Oberflächen reflektiert (Albedo).

Im globalen Mittel verbleiben daher nur etwa

240 W/m²

als tatsächlich einstrahlende und absorbierbare Sonnenenergie.

Von dieser Energie fließt ein Teil in die Photosynthese und ein Teil erwärmt die Erdoberfläche, die Ozeane und die Atmosphäre und treibt damit sämtliche dynamischen Prozesse im Klimasystem an. 


Wie viel Energie kommt pro Stunde auf der Erde an?

Die Oberfläche der Erde beträgt

AE5,067 * 1014 m²

Diese Fläche AE multipliziert mit der mittleren Einstrahlung PE = 240W/m² ergibt eine globale Leistung von

1,216 * 1017 W

In einem Jahr entspricht dies einer Energiemenge von etwa

3,835 * 106 EJ (Exajoule).

Pro Stunde beträgt der durchschnittliche Energieeintrag von der Sonne auf die Erde damit etwa

438 EJ

  

Energiefluss von der Sonne zur Erde mit beeindruckenden Zahlen
(© Brugger 2026)

Diese kontinuierlich fließende Energiemenge ist enorm.

Zum Vergleich:

Der gesamte Energieverbrauch der Menschheit in Höhe von etwa 650 EJ ist dagegen verschwindend klein (Faktor 5.900).  Die pro Stunde ankommende Energiemenge durch die Sonnenstrahlung entspricht etwa 68 % des weltweiten jährlichen Energieverbrauchs. 

Der direkte anthropogene Energieeintrag spielt daher im Vergleich zur solaren Energiezufuhr praktisch keine Rolle. Die entscheidende Größe für das Klima ist nicht der zusätzliche Energieeintrag des Menschen, sondern die Verteilung der vorhandenen Sonnenenergie innerhalb des atmosphärischen Systems.


Nur ein sehr kleiner Teil wird zu Wind

Nur ein kleiner Bruchteil der eingestrahlten Sonnenenergie wird überhaupt in Bewegungsenergie der Atmosphäre umgewandelt. Schätzungen gehen davon aus, dass lediglich etwa

1–2 % der Sonnenenergie

in kinetische Energie der Luftmassen übergehen. Ein Teil dieser Energie treibt die vertikale Konvektion an oder wird durch Wellen und Reibung dissipiert.

Für die großräumigen horizontalen Windströmungen verbleibt sogar nur etwa

0,5–1 % der ursprünglichen Sonnenenergie.

Diese scheinbar kleine Energiemenge hat jedoch eine zentrale Bedeutung: Sie treibt die großräumigen Luftströmungen an, welche Wärme und Feuchtigkeit über den Planeten transportieren.


Wind als zentraler Klimaregulator

Wind ist der Mechanismus, der die durch die Sonne eingebrachte Energie verteilt. Er transportiert Wärme von den Tropen in höhere Breiten und Feuchtigkeit von den Ozeanen auf die Kontinente.

Damit steuert die atmosphärische Zirkulation den globalen Wasserkreislauf. Ohne diese Luftbewegungen würden sich extreme Temperaturunterschiede und massive Niederschlagsungleichgewichte ausbilden.

Wind ist somit ein entscheidender Bestandteil des natürlichen Klimagleichgewichts. Mehr hierzu auf den Seiten Windenergie und globaler Wasserkreislauf.


Sonnenenergie nutzen – aber möglichst direkt und effizient

Die Sonne ist die mit Abstand wichtigste Energiequelle auf der Erde. Sie liefert auch die Grundlage für technische Energiegewinnung. Entscheidend ist nicht nur, dass Sonnenenergie genutzt wird, sondern auf welchem Weg dies geschieht.

Aus physikalischer Sicht gilt ein einfacher Grundsatz:
Je direkter die Nutzung, desto höher der Wirkungsgrad oder direkte Nutzung ist am effizientesten!
Jede Umwandlung ist mit Verlusten verbunden und verringert die tatsächlich nutzbare Energiemenge.

Direkte Nutzung ist vor allem die Solarthermie, also die direkte Umwandlung von Sonnenstrahlung in Wärme. Sie erreicht – je nach System und Betriebsbedingungen – sehr hohe Wirkungsgrade und eignet sich besonders für Warmwasser, Heizung und Prozesswärme.

Auch die passive Nutzung spielt eine wichtige Rolle: Fensterflächen, Gebäudeausrichtung, Speichermassen und bauliche Konzepte können Sonnenwärme direkt nutzbar machen, ohne dass überhaupt eine technische Umwandlung erforderlich ist.

Sonnenenergie optimal nutzen
(© Brugger 2026)


Solarthermie zur direkten Wärmenutzung

Solarthermie nutzt die Sonnenenergie direkt zur Wärmeerzeugung. Im Gegensatz zur Photovoltaik erfolgt keine Umwandlung in elektrische Energie. Dadurch ergeben sich mehrere physikalische und energetische Vorteile und ein sehr hoher Wirkungsgrad - je nach Kollektor - bis zu 90 %.

  • Flachkollektoren: etwa 50–70 
  • Vakuumröhrenkollektoren: etwa 60–80 %
  • Niedertemperaturanwendungen: bis etwa 90 %

Damit liegt die Solarthermie deutlich über der Photovoltaik, bei der meist nur etwa 15–20 % der Strahlungsenergie in Strom umgewandelt werden.

👉 Physikalisch ist die Solarthermie die effizienteste Nutzung der Sonnenenergie

Optimal für Erzeugung von

  • Warmwasser und Heizung
  • Nahwärme und Fernwärme
  • Industrie-Prozesswärme

Vorhandene Dach- und Gebäudeflächen können ideal für die Installation der Kollektoren genutzt werden. Solarthermie hat eine hohe Leistungsdichte, kann einfach lokal genutzt und als Wärme gespeichert werden. 


Photovoltaik (PV) - flexibel, aber mit deutlich geringeren Wirkungsgraden

Die Photovoltaik wandelt Sonnenlicht in elektrischen Strom um. Allerdings liegt der Wirkungsgrad deutlich unter dem der direkten Wärmenutzung. Ein großer Teil der eingestrahlten Energie wird nicht in Strom, sondern in Wärme umgewandelt oder geht durch weitere Systemverluste verloren.

Deshalb ist Photovoltaik vor allem dort vorteilhaft, wo tatsächlich viel elektrische Energie benötigt wird. Wird der erzeugte Strom anschließend wieder zur Wärmeerzeugung verwendet, ist dies energetisch meist weniger günstig als eine direkte solarthermische Nutzung.

Typische Wirkungsgrade

  • Standard-Module: 18–22 %
  • Gute Module: 22–24 %
  • Gesamtanlage (inkl. Verluste): 12–18 %

Den größten Vorteil und die beste Nutzung der Sonnenenergie stellt eine dezentrale Kombination zwischen Solarthermie und PV (mit Stromspeicher) - installiert auf Dach- und Gebäudeflächen dar.


Freiflächen-Photovoltaik

Freiflächen-Photovoltaikanlagen ermöglichen die großflächige Nutzung der Sonnenenergie. Gleichzeitig greifen sie jedoch direkt massiv in Landschaft, Energieflüsse und Flächennutzung ein. Eine sachliche Bewertung muss daher auch die physikalischen und systemischen Auswirkungen berücksichtigen. Ein Totalausfall infolge Zerstörungen durch Sturm und Hagel mit dadurch möglicher Kontamination der Böden muss ebenfalls mit betrachtet werden.

Quelle: https://cowboystatedaily.com/2023/06/27/baseball-sized-hail-smashing-into-panels-at-150-mph-destroys-scottsbluff-solar-farm/

Geringe Leistungsdichte und hoher Flächenverbrauch
Ein zentraler Punkt ist die vergleichsweise geringe Leistungsdichte der Solarstrahlung. 
Berücksichtigt man:

  • Tages- und Jahresgang der Sonne
  • Bewölkung und Verschattung
  • Abstände zwischen Modulreihen

liegt die mittlere Leistungsdichte von Freiflächen-PV meist nur im Bereich von etwa 5–20 W/m². 

Eingriff in den lokalen Energiehaushalt
Freiflächen-PV verändert die Energieverteilung am Boden:

  • weniger direkte Einstrahlung auf den Boden
  • veränderte Erwärmung der Oberfläche
  • andere Verdunstungsbedingungen
  • veränderte Luftbewegungen nahe Boden

Ein Teil der Strahlungsenergie wird in elektrische Energie umgewandelt und aus dem lokalen System abgeführt. Der restliche Anteil wird überwiegend in Wärme umgewandelt und wieder abgestrahlt, was zu einr Veränderung des lokalen Strahlungs- und Wärmehaushaltes führt.

Systemische Betrachtung
Freiflächen-PV erzeugt Strom nur bei Sonneneinstrahlung. Daraus ergeben sich:

  • starke Tagesgänge mit saisonalen Schwankungen
  • geringer Winterertrag
  • Speicherbedarf und zusätzlicher Netzausbau verursacht extrem hohe Kosten

Diese Faktoren reduzieren den tatsächlich nutzbaren Anteil der erzeugten Energie.

Alternative: Nutzung bestehender Flächen
Energetisch sinnvoller ist häufig die Nutzung bereits versiegelter Flächen, wie z. B.:

  • Dächer und Fassaden
  • Parkplätze und Industrieflächen
  • Lärmschutzwände

So entsteht kein zusätzlicher Flächenverbrauch.


Fazit

Freiflächen-Photovoltaik kann zur Energieversorgung beitragen, ist jedoch mit mehreren massiven Nachteilen verbunden:

  • geringer Energieertrag pro Fläche und damit hoher Flächenbedarf
  • Eingriffe in Landschaft und deren Nutzung
  • Veränderungen des lokalen Energiehaushalts mit klimatischen Effekten
  • stark schwankende Stromproduktion
  • Hoher Speicherbedarf
  • Großes Risiko für Unwetterschäden

Aus energetischer Sicht ist daher eine prioritäre Nutzung bestehender Flächen sowie eine möglichst direkte Nutzung der Sonnenenergie häufig sinnvoller als der großflächige Ausbau von PV-Freiflächenanlagen.


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